Auch die Käufer müssen die Augen auf machen… wieder ein Fall wo FCI Zucht nicht so ist, wie man sich das wünscht…

… beim Kauf eines Hundes. Die Käufer haben es in der Hand, dass die Welpen gut aufgezogen werden und vernünftig geprägt werden. Wenn ein Schwarzes Schaf unter den Züchtern seine Welpen nicht mehr verkauft bekommt, dann muss er entweder seine Strategie ändern oder aufhören zu züchten, was bestimmt das Beste ist.

Aus einem aktuellen Fall war ich in Kontakt mit den Betroffenen und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es wurde ein Welpe gekauft, man war glücklich. Jedoch war es von Anfang an harzig, weil er sehr viel pinkelte und kaum zur Ruhe kam. Nun, das alleine ist noch nicht so verwunderlich, weil gerade Neu-Hundehalter oft überrascht sind und fast Zuviel mit so kleinen Welpen machen. Als ich jedoch hörte, dass der Welpe gerade mal 7 Wochen und 4 Tage alt war bei Übergabe, ja, da drehte es mir den Magen um und ich möchte euch hier noch aufschreiben warum. Übrigens wurde der Welpe am Tag der Abgabe auch noch durch die Tierärztin kontrolliert, gechipt und geimpft. Man muss bestimmt nicht ein grosser Kynologe sein um den Fehler zu finden, zu entdecken wie traumatisch das ist für einen kleinen Welpen und in dieser Situation in eine neue Familie zu gehen. Es ist ja gar nicht möglich, dass so ein Tierchen „normal“ sein kann.

Die Käufer haben niemals gesehen, wo die Welpen untergebracht sind, beim Besuch wurde ihr Welpe geholt zusammen mit der Mama und dem Papa. Auf Nachfrage hiess es, dass das der private Bereich sei und der Käufer da nichts zu suchen hätte!?! BITTE!!! Ihr zahlt einen Preis für das Ganze und werdet so nur verarscht, denn ein Züchter, der stolz auf seine Zucht ist, der ist transparent und da dürft ihr überall rein schauen, wo die Welpen sind… für mich ein absolutes NO GO!

Dann zum Zeitpunkt. Nicht umsonst dürfen wir hier in der Schweiz, vom Club aus, die Welpen nicht vor der 9. Woche abgeben, also mit 9 Wochen und 1 Tag. Diese 9. Woche hilft den Welpen gemeinsam mit den Geschwistern, das Impftrauma zu überwinden. Ebenso findet in dieser Woche das Beisshemmungstraining an, denn die Welpen wehren sich, wenn einer zu grob ist. Diese Woche ist so immens wichtig für die Welpen und ihre Zukunft, dass ich es wirklich verwerflich finde, wenn jemand die Welpen vorher abgibt oder gar gegen die gesetzlichen Bestimmungen vor der 8. Lebenswoche. Dieser Welpe und 2 seiner Geschwister wurden 10 Tage früher abgegeben, als wir unsere Welpen frühestens abgeben!!! Weitere 2 Geschwister wurden am nächsten Tag abgegeben.

Wieviel Liebe steckt in so einem Züchter, der so schnell wie nur möglich seine Welpen loshaben will? Ich glaub dazu muss ich nichts erklären, ausser, dass es natürlich auch die anstrengendste Woche ist, denn das Mutti putzt nicht mehr und die Lärmemissionen sind auch enorm. Trotzdem, für den Preis, den wir bekommen für die Welpen MUSS das eine Pflicht sein. Kauft keine Welpen bei solchen Züchter, seid vernünftig und wartet lieber etwas, bis ein seriöser Züchter Welpen hat. Es lohnt sich, denn ihr unterstützt so keine schwarzen Schafe. Nicht alles wo FCI drauf steht ist wirklich seriös, es ist der Mensch selber und den gilt es zu erkennen!

Die ganze Geschichte ist noch hängig, weshalb ich da nicht weiter ins Detail gehen möchte, aber es sind noch so viele Punkte, die man missachtet hat und durch die Züchterin völlig über den Tisch gezogen wurde, sodass das jetzt wohl zum Gerichtsfall wird.

Mir tut das für die Familie leid, die eigentlich alles richtig machen wollte und sich einen FCI Züchter suchte. Wenn man dann so einen süssen Welpen sieht, dann schaltet der gesunde Menschenverstand halt leider aus und man kann zum Opfer werden.

Ich wünsche mir für diese Familie, dass sie zur Ruhe kommen können und dieser Züchterin wünsche ich, dass sie endlich eine vor den Bug geschossen bekommt, dass es weh tut und dass die Interessenten hellhöriger werden und bei unsympathischen Menschen auch das Weite suchen! Es ist übrigens keine Schweizer Züchterin, denn sonst hätte man sie beim Club melden können, weil die Welpen zu früh abgegeben wurden.

 

Waldfondue der Spirito – Familie

Manchmal ist die Welt einfach zu schön um wahr zu sein. Wir hatten einen super tollen Samstag Nachmittag im Wald… was gibt es Schöneres, mit unseren Hunden im Wald, mit super tollen Freunden im Wald, Fondue essen… im Wald (einmal mit weissen und mit schwarzen Trüffeln).

Maja hat dann noch ein „Speed-Trüffeln“ gemacht mit den Anwesenden und gewonnen haben alle, ganz besonders aber Gio mit Lieseli …

Wir haben dann ein Kässeli aufgestellt und das übrig gebliebene Geld konnte ich Herrn Schenker aus Sulz bringen, der momentan keine schöne Zeit hat. Ein Tropfen auf den heissen Stein, aber so konnten wir alle von unserem Glück auch noch ein bisschen teilen.

 

Gerade entdeckt zum Thema Dissidenzzucht…

… das grenzt schon fast an Frechheit oder Betrug…

In diesem Inserat bei Ebay wird ein besonderer Schlag Lagotto angeboten für 400 Euro mehr als die „Normalos“. Eine seltene Variation, ja, selten, weil wir es testen und so keine „unerwünschten“ Variationen des Lagotto bekommen, denn dieser Kurzhaar wird haaren. Bei seriösen Züchtern bekommt man eine Preisreduktion für diese Variation, aber diese Dissidenzzucht verlangt einfach mehr… super, wird ja jeden Tag ein dummer Mensch geboren. Was mir aber mehr aufstösst ist, dass dieser Test (Furnishing) eigentlich ein Mitbringsel der Tests ist, die gesundheistrelevant sind, wie BFJE und LSD. Beim Letzteren geht es auch ums Leben, denn ein betroffener Hund wird sie kein Leben lang begleiten. Wer also das FU (Furnishing) nicht getestet hat, der wird auch das andere nicht getestet haben. Geschweige denn Hüfte, Ellbogen, Patella und vieles mehr… und dann verlangen die noch mehr Geld für ihre Welpen als die meisten Züchter mit Papieren (VDH/FCI), welche teuer Zuchtzulassungen machen und gesundheitliche Untersuchungen… Verrückte Welt!

 

FCI oder Dissidenzzucht?

Aus aktuellem Anlass möchte ich Welpeninteressenten darauf hinweisen sich die Papiere ihres Welpen genauer anzusehen.

Wenn ihr Welpe aus einer anerkannten Zuchtstätte kommt, dann hat er auf seinem Stammbaum folgendes Zeichen:  fci_logoWarum Sie sich für einen Hund MIT anerkannten Stammbaum entscheiden sollten, können Sie hier nachlesen.

Hat der Stammbaum dieses Zeichen nicht, dann ist der Hund nicht mit FCI (grösste Kynologische Vereinigung Europas) Reglementen zur Zucht zugelassen oder gezüchtet worden. Lassen sie sich aber auch nicht davon täuschen, wenn die Elterntiere FCI Papiere haben. Es gibt nur wenige Gründe, dass man nicht mit FCI Papieren züchtet, wenn man reinrassige Tiere hat. Geld, weil man das Geld für Tests und Untersuchungen plus Zuchtzulassung nicht in die Hand nehmen will oder man hat gar Hunde, die die Untersuchungen nicht mit gesund absolvieren würden, die Zuchtzulassung (ev. wegen mangelhaftem Wesen) nicht bestehen würden. Ja, sie bekommen so einen Hund vielleicht günstiger, toll.. Geiz ist geil.. zahlt sich aber oftmals nicht aus.

In Deutschland gibt es momentan einen Fall, wo der Lebenspartner einer VDH-Züchterin in denselben Räumlichkeiten, mit derselben Infrastruktur, mit Dissidenzpapieren züchtet. Da sie selbst mit VDH Papieren auch bald Welpen erwartet, sind die Interessenten ev. der Meinung, dass sie auch beim Lebenspartner Hunde mit VDH Papieren bekommen. Anscheinend sind dem zuchtbuchführenden Verein alle Hände gebunden und man kann da nichts dagegen unternehmen. Aus diesem Grunde möchte ich Welpeninteressenten auffordern, dass sie sich auch die Zuchtunterlagen von der Zucht zeigen lassen, wo sie einen Welpen kaufen möchten. Einfach um sicher zu gehen, dass sie die Zucht von gesunden, wesenstypischen Lagotti unterstützen.

und es geht weiter …

Ich freue mich natürlich, dass ich zu meinen Welpenbesitzern doch ziemlich guten Kontakt habe, teilweise haben sich richtige schöne Freundschaften entwickelt und logischerweise freue ich mich immer wieder von meinen Welpen zu hören und was mit ihnen gemacht wird.

Juno ist mit seiner Karin als Schulhund unterwegs und macht seine Arbeit sehr gut. Für all diejenigen, welche da Bedenken haben, hat mir Karin heute ein Foto geschickt vom völlig gestressten Juno bei der Arbeit… kuckst du:

Juno_Arbeit

Unfassbar!

Am Wochenende war der Trüffelsuch Anlass des Lagottoclub Schweiz. Mein Züchterherz könnte nicht höher schlagen.

Ich habe mit Honey ein sehr gut bekommen mit 3 gefundenen Trüffeln und war in der Kombi auf dem guten 8. Rang.

Maja hat mit Liesi auch mit sehr gut den 4. Rang bei den Veteranen gemacht.

Denise hat mit Kiwi den 1. Rang ebenso mit einem sehr gut belegt bei der Klasse K.

Jetzt kommts:

Keano hat mit seiner Irène absolut abgeräumt. Es war ihre erste Prüfung und er gewann die Klasse Jugend Rüden, beim Stechen gegen die Hündin setzte er sich durch und wurde Jugendsieger!

Dann kam das Stechen gegen Gianni (Vater H, J + N Wurf), welches Gianni für sich ausmachte. Somit war Keano 2. Bester des Tages! Der Richter erklärte mir danach, dass eigentlich Keano besser war, jedoch die Erfahrung Gianni zum Sieger machte. Keano grub eine Trüffel aus und liess sie liegen, Gianni holte sie sich. Die beiden Rüden waren fast ebenbürdig, da Rolf mit Gianni jedoch dann eine Trüffel mehr hatte und der erfahrenere Rüde war, hat er gewonnen. Für mich war das grundsätzlich egal, denn Gianni ist der Vater von meinen Welpen und beide Rüden zeigen, dass ich ein gutes Auge für Arbeitshunde, aber auch für Schönheit habe. Dies erfüllt mich mit Stolz.

Bei der Rangverkündigung kam Keano am Schluss noch nach vorne als Kombisieger!

Mir fehlen die Worte, aber danke an solch tolle Menschen, die mit meinen Babys ihr Bestes geben und dann noch in dem Masse meine züchterischen Erfolge präsentieren.

Der Richter Billi war begeistert die Nichten und Neffen seiner Frana so erfolgreich zu sehen. Caira ist verliebt in Honey und Keano gefiel ihm wahnsinnig…

Nuria

nuria.jpg… leise ist es jetzt hier, keine kleine Maus mehr im Laufgitter, welche dort auf dem Rücken liegt und schläft, heute nacht werde ich durchschlafen dürfen, vielleicht sogar noch ein Mittagsschlaf? Nuria hat nun einen wundervollen Lebensplatz gefunden in einem kleinen Paradies. Sie hat dort Hundekumpels, Katzenkumpels, Ziegen, Pferde, Sittiche, Hasen, Meerschweinchen und ein ganz tolles Hundemami. Ich hoffe nun von Herzen, dass die Hundekumpels Nuria genauso lieb gewinnen und sie sich gut integrieren kann. Besser konnte sie es gar nicht treffen, ich bin sehr froh und irgendwie wollte es das Schicksal wohl so haben. Jetzt wird es wirklich leiser bis zum späten Frühjahr, wo wir hoffentlich wieder das Abenteuer Welpenaufzucht erleben dürfen.

Mein Wunschhund…

Aus aktuellem Anlass habe ich mir darüber einige Gedanken gemacht. Ich bin Züchterin, man kann sagen, aus Leidenschaft. Ich liebe es mit meinen Mädels die Trächtigkeit zu durchstehen, gemeinsam die kleinen Welpen zur Welt zu bringen und dafür zu sorgen, dass es keinem an etwas fehlt.
Dazu gehört natürlich auch die Auswahl der richtigen zukünftigen Hundehalter. Ich habe da meine Kriterien und trotzdem gibt es auch selten den Moment, wo es schief geht. Glücklicherweise musste noch nie ein Welpe darunter leiden. Vermutlich, weil sie eben auch einen grossen finanziellen Wert darstellen und so die nicht passenden Familien sich eher trennen.
Warum klappt es nicht? Diese Gedanken verfolgen mich momentan enorm. Sind es die Erwartungen, Zeit, Geduld, Können, Willen?
Gehen wir mal an die verschiedenen Möglichkeiten:
Erwartungen
Meine Erwartungen an zukünftige Hundebesitzer sind, dass sie mit Geduld und Liebe ihrem kleinen Welpen die Welt zeigen. Immer in dem Masse, dass es der Welpe ohne Stress verarbeiten kann. Dies ist nicht einfach, die Erwartung von mir sehr gross. Man soll dem kleinen Welpen in der so wichtigen Prägungszeit viel zeigen, trotzdem soll er erst einmal in seinem neuen Zuhause ankommen und seine Zweibeiner als verlässliche Führungspersönlichkeiten kennenlernen. Ich denke, dass ich mit den zukünftigen Welpenbesitzern vermehrt über ihre Erwartungen sprechen sollte.

Meine Erwartungen an die zukünftigen Welpenbesitzer sind, neben dem doch ziemlich hohen Kaufpreis, sehr hoch. Ich habe den Anspruch, dass sie meine Arbeit, die ich im Vorfeld über Jahre geleistet habe, honorieren und weiterführen. Der Umgang mit dem Hund lernen, sich bilden und zusammen mit dem Welpen «wachsen». Ich erwarte keine ausgebildeten Kynologen für meine Welpen, aber ich habe den Anspruch an die Leute, dass sie sich voll einlassen und ihr Möglichstes tun, um meine Erwartungen zu erfüllen.

Zeit
Ich möchte keine Welpen an Menschen abgeben, die sich anfangs keine Zeit nehmen können. Sei es, weil vielleicht kleine Kinder auch Erwartungen an die Eltern haben, man arbeitet oder man hat das Gefühl, dass ein Welpe nebenherläuft. Das erste Jahr mit einem Hund ist das wichtigste Jahr. Er muss ankommen, sich wohl fühlen können, sauber werden, Leine laufen, Frusttoleranz lernen, Kinder, Erwachsene, Verkehr, Familie, Ferien, Schule, Arbeit, Eindrücke ohne Ende… er hat so viel zu lernen und dafür braucht er Zeit. Wir denken gar nicht darüber nach, was das alles, vor allem die olfaktorischen und akkustischen Eindrücke, für unseren Welpen bedeuten. Um ihn optimal auf ein Leben in unserer Welt vorzubereiten, braucht es viel Zeit. Haben wir sie nicht, dann sollten wir uns keinen Welpen zu tun.

Geduld
Der Welpe kommt blind und taub zur Welt. Erst nach 14 Tagen öffnen sich die Augen, nach 21 Tagen fängt er an die Welt wahrzunehmen, die zu diesem Zeitpunkt aus Mama und Züchter und Wurfbox besteht. Vielleicht mit 5 Wochen gibt es die ersten Ausflüge nach draussen. 4 Wochen später ist schon die Trennung von den Wurfgeschwistern und Mama und die grosse Reise ins neue Zuhause. Wieviel kann so ein kleines Welpchen in dieser Zeit gelernt haben. Vielleicht war er schon im Auto unterwegs, hat verschiedene Menschen als nett kennen gelernt, er war beim Tierarzt, wurde gebadet, geschoren und gebürstet. Lernte Lärmquellen kennen, wackligen Untergrund und Tunnel. Er hat einen Tages und Nacht Rhythmus kennen gelernt. Plötzlich gab es keine Milch mehr, sondern trockene Kroketten zum fressen. Es wurde ihm ein Halsband/Geschirr angezogen und plötzlich konnte man nicht mehr einfach losrennen, weil eben eine Leine ihn davon abhält. Das Welpchen soll kommen, wenn man ihn ruft. Dann soll er noch warten bis er raus kommt zum pinkeln oder koten. Ein kleiner Welpe muss so viel lernen, aber es geht einfach nicht alles an einem Tag. Nach und nach wird eine Baustelle geschlossen und es tut sich die Nächste auf. All das, was er lernen soll und können muss, muss er sich erarbeiten, denn leider Gottes gibt es noch kein «Deutsch für Neugeborene Welpen, wie versteh ich meinen Menschen», nein, es sind Erfahrungswerte von dem Welpen und dem Besitzer und das braucht Zeit und Geduld. Es macht Spass, aber nur, wenn man sich die Zeit nehmen kann und darf.

Willen
Ein Hund funktioniert nach biologischen Mustern und geht nur seinen Instinkten nach, die ergänzt werden mit Erfahrungen. So ist es am neuen Besitzer den Willen zu zeigen das Welpchen 4 x am Tag zu füttern, ihn zum pinkeln raus zu tragen, vielleicht sogar alle 2 Stunden raus zu gehen und dazwischen einfach zuzuschauen, wie der Welpe schläft. Wacht er auf, geht man wieder sofort nach Draussen. Irgendwie werden sie trotz Nixtun gestresst sein. Schlaf ist eines der wichtigsten Dinge in der Erziehung eines Welpen und wenn er den Schlaf nicht bekommt, dann zieht das einen Rattenschwanz hinterher. Nach dem Schlaf wieder raus mit ihm, nachts ev., wenn man Glück hat, einmal aufstehen und zum pinkeln rausgehen, vielleicht sogar mehr wie einmal. Trotz all diesem auch noch für die Prägung dem Welpen neues zeigen. Ist der neue Besitzer nicht gewillt, dies alles einzugehen, dann sollte er die Finger von einem Welpen lassen. Sie müssen den Hund erziehen, damit er in unserer Umwelt ein verlässlicher und gern gesehener Vierbeiner wird. Sie müssen lernen, wie Hunde funktionieren und wie sie diese Funktionen für ihre Zwecke nutzen können. Dies alles kostet Zeit und Geld und viel Geduld. Sind sie gewillt dies alles zu bringen?

Sollten sie einen Welpen zu sich nehmen wollen, dann überlegen sie es sich gut. Mit kleinen Kindern im Haushalt kann es schwierig werden, denn Kinder können die oben genannten Auflagen keinesfalls übernehmen, es liegt an ihnen. Seien sie sich und ihrer Familie zuliebe kritisch und denken sie nach, bevor sie sich einen Welpen nach Hause holen.
Kein Welpe ist nach 14 Tagen bereit, sauber, kann alleine bleiben, weil ev. die Arbeit anfängt und auch ein Hin- und Herschieben des Welpen (Hütedienst) macht es im schwerer, weil er dann schon von Anfang an sich mit mehreren Bezugspersonen und Höhlen auseinandersetzen muss. Dies ist für einen Welpen zu schwierig. Sollten sie den Hund mitnehmen dürfen zur Arbeit, dann machen sie das von Anfang an, ritualisiert, damit es für den Welpen in seine neue Welt gehört. Sollten sie das Gefühl haben, dass sie sich einen Welpen holen und ihn dann alleine zu Hause lassen wollen, dann bitte ich sie, dass sie das nicht tun und vor allem nicht mit einem meiner Welpen!
Alter und Welpe, auch darüber mache ich mir oft Gedanken, denn logischerweise sind viele Pensionierte interessiert, ihren letzten Abschnitt gemeinsam mit einem Hund zu erleben. Es ist keine Alterssache, ob man einen Welpen zu sich holen soll (sterben müssen wir alle, früher oder später). Man muss aber geistig voll flexibel und körperlich fit sein, denn man muss sich bücken, den Hund aufheben, Gaggi aufheben, anleinen, putzen, füttern usw. Seien sie bitte ehrlich mit sich selbst, ob sie auch gewillt sind auf den Schlaf nachts zu verzichten. Sind sie auch bereit zu akzeptieren, dass unsere sehr autoritären Ansichten in der Hundeerziehung nichts zu suchen haben? Kein Hund soll im Nacken geschüttelt werden oder gar auf den Rücken gedreht. Liebe und positive Verstärkung soll die Wahl der Mittel sein. Unterbruch ja, auch mal streng, immer konsequent, aber immer liebevoll. Wenn ja, dann steht einem Welpen nichts im Wege.

Das Schlimmste ist es, den Hund zu vermenschlichen. Das heisst, dass man Erwartungen und Ansprüche stellt, die ein Tier gar nicht erfüllen kann.
Wir haben ein Bild im Kopf, wie unser Hund funktionieren soll, aber meist ist das nicht das Bild, welches unsere Hunde im Kopf haben. Unsere Hunde können unsere Gedanken nicht lesen, auch wenn wir das immer wieder meinen.
Hören wir auf zu vermenschlichen, dann ist der erste grosse Schritt getan, dass wir anfangen unserem Hund zu zeigen, wie wir uns ihn in unserer menschlichen Welt vorstellen.